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Tipp 43: Nachgeben

Tipp Nr. 43

Nachgeben

Das wichtigste an einer Hilfe ist das Nachgeben. Eine Hilfe sollte eine kurze Anfrage sein und kein Dauerzustand. Beobachte Dich dabei, wie lange Du eine Hilfe gibst. Dazu zählt auch das Treiben. Wie lange treibst Du Dein Pferd, damit es in einer Gangart bleibt.

Mein Ziel ist immer, dass ich dem Pferd einmal eine Hilfe gebe und es dann so lange in dieser Gangart oder Übung von alleine bleibt, bis ich ihm etwas anderes sage. Natürlich fragt das Pferd nach ein paar Schritten nach, ob es zum Beispiel noch weiter in der Biegung bleiben soll. Dann muss meine Antwort über eine kleine weitere Hilfe kommen, die da sagt: Ja, bleib noch ein bisschen. Das sollte dann für die nächsten paar Schritte ausreichen, bevor das Pferd wieder nachfragt. Versuche sehr aufmerksam zu sein, wann die Frage kommt, um dann rechtzeitig mit einer kleinen Hilfe auszukommen. Wenn Du die Antwort auf die Frage verpasst, heißt das für das Pferd: Ja, Du darfst. Und wenn sich Dein Pferd erst wieder gerade gerichtet hat, dann braucht es von Deiner Seite natürlich eine viel größere Hilfe, um es wieder in die Biegung zu bekommen.

Hier kommt ein ganz wichtiger Punkt. Ich möchte ein Pferd haben, dass von alleine aktiv mitarbeitet. Dafür muss ich die Hilfen immer wieder nachlassen, um zu schauen, ob das Pferd die Übung nur macht, weil ich es ihm die ganze Zeit sage oder ob es freiwillig mitmacht.

Wenn Du also ein Pferd hast, dass zum Beispiel nur läuft, weil Du es die ganze Zeit mit den Schenkeln treibst, dann ist das natürlich eine besonders schwierige Korrektur, da ihr aus einem Gewohnheitsmuster heraus kommen müsst. Statt dessen solltest Du immer weniger machen, auch auf die Gefahr hin, dass Dein Pferd zwischendurch fast stehen bleibt.

Nehmen wir als Beispiel den Trab. Wir alle möchten Pferde haben, die fleißig vorwärts traben und uns schön in der Bewegung mitnehmen. Lass Dein Pferd antraben und dann nimmst Du ganz bewusst die Schenkelhilfe weg. Dann wird Dein Pferd wahrscheinlich sehr langsam werden oder sogar in den Schritt fallen. Versuche erst einzugreifen, kurz bevor Dein Pferd in den Schritt fällt. Solange wie es trabt, lässt Du es traben, egal wie langsam es ist, Hauptsache es trabt noch. So lässt Du es eine Runde lang laufen, nimmst Deine Schenkel ganz bewusst weg und greifst nur ein, wenn es in den Schritt fallen will. Nach einer Runde fragst Du es dann mit einer einzigen kurzen treibenden Hilfe und Deiner Stimme (z.B. einem energischen Schnalzen), ob es ein klein wenig fleißiger traben kann. Begnüge Dich mit sehr wenig mehr Fleiß. Aber ab jetzt greifst Du ein, sobald Dein Pferd langsamer wird und nicht erst, wenn es fast in den Schritt fällt. So versteht Dein Pferd, dass es ab jetzt fleißiger laufen soll. Wenn es das tut, hat es Ruhe vor Deinem Schenkel. Wenn es dieses etwas fleißigere Tempo dann beibehält, kannst Du nach einer Runde wieder anfragen, ob es vielleicht noch ein bisschen fleißiger geht. Hab im Kopf, dass Du es ihm zutraust, dass es das tatsächlich kann.

Auf diese Art und Weise fängt das Pferd an, auf die treibende Hilfe wieder zu reagieren, aber nur, wenn Deine Beine dazwischen wirklich weg sind vom Pferd und nicht aus Versehen immer noch anklopfen. Spätestens nach der dritten Steigerung machst Du eine Schrittpause und lobst Dein Pferd. Loben tust Du natürlich sowieso nach jeder positiven Reaktion auf Deine Hilfe.

Das Ziel Deines Pferdes ist immer, Ruhe zu haben. Es ist schon ein großes Lob, wenn die Hilfe nachlässt. Sei also achtsam, was Du mit Deinem Körper beim Reiten tatsächlich machst, sonst stumpfst Du Dein Pferd immer mehr ab. Die Hilfe weglassen ist die wichtigste und gleichzeitig schwierigste Lektion für den Reiter!

Viel Spaß!

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